borgloh hagen 18

Foto: Julius Laabs

Am vergangen Sonntag kam die Elf von Lars Brinkschröder und Lennart Henkenborg nicht über ein 2:2 gegen den Hagener SV hinaus. Dabei hatten die Grün-weißen das Spiel bis zur 78. Minute im Griff und führten bis dato mit 2:0. Aber wie schon gegen Bad Laer wurde auch diesmal der Gegner durch einen individuellen Fehler stark gemacht.

Besser machten es die Kicker in grün und weiß dann am Mittwochabend in Ohrbeck, als die zweite Runde im Kreispokal auf dem Plan stand. Am Ende steht dort ein nie gefährdeter 3:0 Erfolg.

Das Trainergespann hatte im Freitagabendspiel gegen den Hagener SV, welches aufgrund der 950 Jahrfeier Borglohs vorverlegt worden war, fast das gleiche Personal wie in Bad Laer zur Verfügung. Somit war die Auswechselbank mit 7 Spielern satt gefüllt. Noah Birkemeyer stand dabei zum ersten Mal im Kader, nachdem er zuletzt noch nicht Spielberechtigt war. Weiterhin fehlten Moritz Niemeyer (Knieprobleme) sowie Malte Hinrichs (Kreuzbandriss) und Michael Brüggemann (Studium).

Die zahlreichen Zuschauer am Rasenplatz bekamen zunächst ein ansehnliches Spiel zu Gesicht. Zwar operierten beide Mannschaften mit vielen langen Bällen, wobei die Grün-weißen dabei in der Defensive sicherer standen als der „kleine HSV“, dennoch war viel Tempo und eine hohe Laufbereitschaft zu sehen. In der 12. Minute hatte der TuS in Person von Pascal Schweer die erste gute Torgelegenheit. Nach einem Diagonalball von Kapitän Henrik Meyer zu Allendorf legte Luis Birkemeyer clever auf Jannis Kappelmann zurück, dessen Flanke landete bei Kalli Schweer, der sich den Ball noch auf seinen starken rechten Fuß legen konnte, aber dann knapp über den Kasten von Hagens Torwart Ksionzek schoss. Nur sieben Minuten später hätte Hagen dann mit 1:0 in Führung gehen können. Nach einem langen Ball der Hagener Innenverteidigung versuchte sich der ansonsten gute Johannes Waack als Libero, setzte sich zunächst gerade noch gegen HSV-Stürmer Schaub durch, doch bei einem anschließenden Pressschlag mit Dierker landete der Ball vor den Füßen von Routinier Simon Holkenbrink. Dieser hätte aus 35 Metern nur das leere Tor treffen müssen, doch der Ball kullerte knapp am Kasten vorbei.

Das war es dann aber auch schon fast an Chancen im ersten Durchgang. Denn den Hagenern viel gegen die Innenverteidigung um Lukas Sundermann wenig ein, um sich Torchancen zu generieren. Und bei Borgloh fehlte zu diesem Zeitpunkt der letzte Pass in die Spitze, auch wenn die Grün-weißen stets Kontrolle über das Spiel hatten und vorne den Gegner gut anliefen. So ging es dann mit 0:0 in die Pause.

Dort hat Coach Lars Brinkschröder dann anscheinend die richtigen Worte gefunden. Denn schon mit der ersten Möglichkeit in Hälfte zwei ging der TuS durch Marcel „Schwecke“ Schweer in Führung (47. Minute). Dabei hatte Hagen kurz zuvor die Chance, auf 0:1 aus Borgloher Sicht zu stellen. Doch die scharfe Hereingabe von Draws ging an Mann und Maus vorbei. Also schnappte sich Vincent Schlüter, der die rechte Außenbahn beackerte, die Kugel und schickte sofort Schwecke auf die Reise. Der konnte sich im Laufduell gegen den Hagener Marotz durchsetzen und erkannte, dass Keeper Ksionzek weit aufgerückt war. Der Heber aus gut 30 Metern wäre beinahe neben das Tor gegangen, schlug aber zur Freude aller Grün-weißen knapp unterhalb der Latte zum 1:0 ein. Im weiteren Spielverlauf wurde Hagen dann immer bissiger, aber auch die gesamte Borgloher Mannschaft hielt mit einer souveränen und kämpferischen Leistung dagegen und konnte sich durch Pascal Schweer zwei, drei Tormöglichkeiten erspielen und „erwühlen“, welche aber leider ungenutzt blieben. Das änderte sich dann aber in der 68. Minute. Der wuselige Luis Birkemeyer konnte auf seiner linken Außenbahn gleich drei Gegenspieler stehen lassen und holte dann gegen den 4. Abwehrmann einen Einwurf in aussichtsreicher Position heraus. Der landete bei Kalli Schweer, der daraufhin seinen Bruder und Sturmpartner Marcel Schweer im 16er bediente und Schwecke flach links unten ins Tor traf.

Kurze Zeit später kamen Tarek Kösters und Ole Hengelbrock ins Spiel, die Marco Hebbelmann und „Bibo“ Zehn ersetzten. In der 75. Minute hätte es dann beinahe 3:0 gestanden, als der stramme Schuss von Schwecke gerade noch vom Hagener Schlussmann aus der kurzen Ecke geholt werden konnte.

Dann kam die bereits angesprochen 78. Spielminute, in der das Spiel leider eine Wendung nahm, auf die die Grün-weißen sicherlich hätten verzichten können. Pascal Schweer, der ansonsten ein starkes Spiel machte, half in der Defensive aus und wollte nach einer Balleroberung einen Rückpass zu Johannes Waack spielen. Doch ihm passierte ähnliches wie Marco Hebbelmann gegen Bad Laer, denn der Pass war leider viel zu kurz. HSV-Stürmer Schaub konnte den Ball erlaufen umkurvte Waack und wurde dann von ihm im 16er gefoult. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dierker links unten.

Von diesem Tor angestachelt wollten die Hagener jetzt natürlich alles nach vorne werfen, um noch zumindest einen Punkt zu entführen. Jetzt wurde es natürlich auf beiden Seiten immer hitziger und kleine Fouls und Sticheleien häuften sich.

Die eingewechselten Jannis Kolbe (für Marcel Schweer) und Marcus Brörmann (für Jannis Kappelmann) sollten dann zusätzlich für Ruhe sorgen.

Doch obwohl die Borgloher den Gegner bis dato vom eigenen Kasten weitestgehend fernhalten konnten, fiel in der letzten Minute der Nachspielzeit doch noch der Ausgleichstreffer. Nach einem fragwürdigen Freistoß aus dem Halbfeld konnte der Ball nicht ausreichend aus dem Gefahrenbereich befördert werden. Stattdessen landete der Befreiungsschlag auf der Brust des eingewechselten Kevin Jurasch, der das Leder aus 14 Metern sofort aufs Tor knallte. Waack reagierte zunächst gut und konnte den Ball im Getümmel nach vorne abklatschen. Dort stand aber der einschussbereite Draws, der keine Mühe hatte aus drei Metern das Tor zu treffen.

Kurz darauf war Schluss.

Auch wenn das Gegentor in allerletzter Minute äußerst bitter ist, kann die Mannschaft um Florian Meyer zu Allendorf, Jannis Kappelmann & Co trotzdem auf die Leistung aufbauen. Denn spielerisch wirkten die Grün-weißen, wie stellenweise in Bad Laer, frisch und einsatzfreudig. Und defensiv wurde, mit Ausnahme einzelner Halbchancen, wenig zugelassen, weshalb es umso ärgerlicher ist, wenn individuelle Fehler umgehend bestraft werden.

Aufstellung TuS Borgloh gegen Hagener SV:

99 Waack – 15 Hebbelmann (24 Kösters, 71. Spielminute), 8 H. Meyer zu Allendorf, 4 Sundermann, 6 F. Meyer zu Allendorf – 11 Schlüter, 9 Kappelman (23 Brörmann, 90.), 14 Zehn (19 Hengelbrock, 72.) 7 Birkemeyer, – 27 P. Schweer, 5 M. Schweer (2 Kolbe, 86.)

Tore: 1:0 Marcel Schweer (47. Spielminute), 2:0 Marcel Schweer (68.), 2:1 Marcel Dierker (78./FE), 2:2 Jan Draws (90+4.)

Zum Pokalspiel in Ohrbeck:

Der Sieg in der zweiten Kreispokalrunde beim SV Ohrbeck war hingegen zu keinem Zeitpunkt des Spiels gefährdet. Mit stark veränderter Anfangsformation und einem 3-5-2 System sollte der Gegner, der den TuS in der Saison 2015/16 im Elfmeterschießen besiegen konnte, geschlagen werden.

Von Beginn an entwickelte sich eine einseitige Partie, in der die Borgloher um die 85% Ballbesitz hatten, diese Überlegenheit aber zunächst nicht in Tore ummünzen konnten. Den Bann brach Startelfdebütant Noah Birkemeyer nach einer Ecke. Noah Degenhardt legte clever ab, nachdem der hohe Eckball zu ihm durchgerutscht war, und Noah Birkemeyer drosch den Ball aus 7 Metern ins Tor (17. Minute). Weitere Chancen blieben bis zur 41. Minute ungenutzt, dort war dann Kapitän Henrik Meyer zu Allendorf nach einer Ecke von Luis Birkemeyer mit dem Kopf zur Stelle und erhöhte auf 2:0.

Im zweiten Durchgang konnten die Borgloher dann nochmal die Schlagzahl erhöhen und zeigten eine Leistungssteigerung im Vergleich zur ersten Hälfte. Die beste Gelegenheit hatte Noah Birkemeyer, als er bei einem Weitschuss die Unterkante der Latte traf. Belohnt wurde das gesteigerte Tempo dann durch ein schönes Tor von Jannis Kappelmann, der die Pille wie an der Schnur gezogen aus 30 Metern im Torwinkel unterbrachte (72. Minute).

Weitere Möglichkeiten wurden nicht genutzt und so blieb es bei dem hochverdienten 3:0 Sieg für die Mannschaft um Vincent Schlüter, Marcus Brörmann und Co., der auch durchaus hätte höher ausfallen können.

Aufstellung TuS Borgloh gegen SV Ohrbeck:

99 Waack – 4 Sundermann, 8 H. Meyer zu Allendorf, 23 Brörmann – 7 Birkemeyer (15 Hebbelmann, 60. Minute) 11 Schlüter, 9 Kappelman, 5 M. Schweer (14 Zehn, 60.), 10 Symanzik – 20 N. Birkemeyer, 3 Degenhardt

Tore: 1:0 Noah Birkemeyer (17. Spielminute), 2:0 Henrik Meyer zu Allendorf (41.), 3:0 Jannis Kappelmann (72.)

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