hilter borgloh 18

Foto: osnaball.de

Die 1. Herren hat am vergangenen Freitag zum Pflichtspielauftakt 2018 einen glücklichen 2:1 Derbysieg in Hilter gefeiert. Die Voraussetzungen für die Grün-Weißen waren vor dem Spiel alles andere als gut. Die Wintervorbereitung lief nicht optimal, da sich mehrere Spieler verletzten. Mit Lukas Sundermann (Wadenbeinbruch), Emanuel Müller (Mittelfußbruch), Luis Birkemeyer (Bänderriss), Linus Heidemann (Rückenprobleme), Ole Hengelbrock (beruflich), Malte Hinrichs (Gelbsperre), sowie Florian Symanzik, Noah Degenhardt und Jannis Kolbe (alle Urlaub) standen gleich 9! Spieler Lars Brinkschröder nicht zur Verfügung. Entsprechend musste der Trainer ausgerechnet im Gemeindederby mit einer „Rumpfelf“ auskommen. Altmeister Kai Vogler wurde kurzfristig reaktiviert und spielte über die gesamten 90 Minuten auf der rechten Außenbahn.

Das Spiel vor ca. 200 Zuschauer begann für die Borgloher sehr gut. Marco Hebbelmann setzte sich in der 5. Spielminute auf der rechten Außenbahn durch und wollte vor das Tor flanken. Der Ball rutschte ihm aber etwas über den Fuß und so senkte der Ball sich hinter dem chancenlosen Hilteraner Torwart Yanik Brinkmann ins lange Eck zum 1:0 für Borgloh. Nur drei Minuten später kam Henrik Meyer zu Allendorf nach einer Ecke von Linksaußen Marcel Schlentzek zum Kopfball, konnte aber nicht mehr ausreichend Druck hinter den Ball bekommen. Wiederrum nur zwei Minuten später hatte Kai Vogler eine Großchance, um auf 2:0 zu erhöhen. Marcel Schweer, der hinter Michael Brüggemann als hängende Spitze agierte, spielte einen starken Pass in den Lauf von Vogler. Der Rechtsaußen kam freistehend vor Torwart Brinkmann zum Abschluss, der Keeper konnte den Ball aber parieren. In der Folge kam Hilter besser ins Spiel. Die erste Torchance hatte Stürmer Jonas Tappmeyer, Torwart Johannes Waack konnte den zentralen Kopfball aber sicher parieren. Die Partie flachte etwas ab. Hilter hatte die Spielkontrolle und mehr Ballbesitz, fand aber keine Lücken im Borgloher Defensivverbund. Die Gäste standen sicher und versuchten über Stürmer Michael Brüggemann mit kontern Nadelstiche zu setzen. Den nächsten Aufreger gab es in der 33. Spielminute, als Brüggemann nach einem Zweikampf im Strafraum zu Boden ging. Während der Linienrichter die Fahne hob und Foul anzeigte, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Özcan Malgaz stumm, was wohl im Zweifel die richtige Entscheidung war. Zwei Minuten später setzte sich Marco Hebbelmann auf der rechten Außenbahn mit einem Pressschlag gegen seinen Gegenspieler durch und lief in den 16ner ein. Während Marcel Schweer einschussbereit einlief, schloss Hebbelmann vom Strafraumeck selber ab und verfehlte das Tor. Ein Pass in die Mitte wäre wohl die bessere Wahl gewesen. In den letzten 10 Minuten der ersten Hälfte setzte Hilter dann zum Powerplay an. Die Grün-Weißen ließen sich zu weit hinten reindrängen und bekamen keine zweiten Bälle mehr. Hilter kam aber nur zu Halbchancen, welche die Borgloher Defensive um Vincent Schlüter, der Lukas Sundermann in der Innenverteidigung gut vertrat, allesamt abwehren konnte. Die größte Chance der Hausherren in Halbzeit eins hatte Eric Wenner nach einer Ecke, als ihm der Ball im Fünfmeterraum vor die Füße fiel, Marcel Schweer aber mit einer Grätsche blocken konnte. In der vollkommen überzogenen fünften Minute der Nachspielzeit pfiff der nicht immer sicherwirkende Schiedsrichter indirekten Freistoß für Hilter aus 15 Meter Torentfernung, weil Johannes Waack den Ball vor einem Abschlag zu lange in der Hand gehalten hat. Henrik Meyer zu Allendorf, der die Kapitänsbinde vom gesperrten Malte Hinrichs trug, warf sich in den Schuss und konnte blocken. Mit der 1:0 Pausenführung ging es in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel machten zunächst die Hilteraner „Ultras“ mit einer spektakulären „Bengalo Show“ auf sich aufmerksam. Während die Pyroshow noch nett anzusehen war und für richtiges Derbyflair sorgte, zeigten sich die Hilteraner „Ultras“ in der zweiten Halbzeit gesangstechnisch auf ganz niedrigem Niveau. Über die kompletten 45 Minuten wurden beleidigende Songs gegen Borgloh gesungen, anstatt das eigene Team mit Gesang zu unterstützen. Sowohl die Borgloher Zuschauer, als auch die Spieler ließen sich aber nicht provozieren und rächten das Verhalten auf ihre Art in der 90. Spielminute.

Das Spiel in der zweiten Halbzeit war allerdings sehr einseitig. Die Gastgeber waren deutlich überlegen und drängten die Borgloher tief in die eigene Hälfte. Speziell über Hilters Linksaußen Lennart Holzmann wurden immer wieder gefährliche Angriffe Richtung Borgloher Tor gespielt. In der 52. Und 55. Spielminute versuchten es die Hausherren mit Distanzschüssen, die das Tor jeweils knapp verfehlten. Die Grün-Weißen provozierten in dieser Phase des Spiels zu viele Standardsituationen gegen sich. Die groß gewachsenen Gäste konnten aber bei Freistoßflanken und Ecken zunächst immer wieder klären oder der wieder einmal stark aufspielende Torwart Johannes Waack pflückte sich die Bälle runter. In der 60. Spielminute wechselte Trainer Lars Brinkschröder erstmals. Marcel Schweer musste entkräftet raus. Für ihn kam 2. Herren Spieler Johannes Linnemann, der sein Pflichtspieldebüt in der „Ersten“ feierte, in die Partie. In der 71. Spielminute fiel dann nach der gefühlt 25. Standartsituation für Hilter der verdiente Ausgleich. Sebastian Nowack kam nach einer Ecke zum Kopfball und platzierte diesen über den am Pfosten stehenden Vincent Schlüter hinweg in den Torwinkel. Hilter wollte jetzt den Sieg und drückte auf den Führungstreffer. Bei einer Großchance in der 75. Spielminute konnten Florian Meyer zu Allendorf und Johannes Waack gemeinsam klären. Nur 2. Minuten später tauchte der beste Spieler der Gastgeber, Linksaußen Lennart Holzmann nach einem Flugball allein vor dem besten Borgloher an diesem Tag, Torwart Johannes Waack auf. Der Borgloher konnte den Ball aber zur Ecke klären. Nach dieser Chance ging Hilter mehr und mehr die Puste aus und Borgloh konnte sich wieder befreien. Bei zwei aussichtsreichen Kontermöglichkeiten über „Bibo“ Zehn und Michael Brüggemann wurde der entscheidende Pass allerdings nicht gut gespielt. Florian Meyer zu Allendorf verfehlte in dieser Phase mit einem Kopfball nach einer Ecke um wenige Zentimeter das Tor. Brinkschröder wechselte erneut und brachte „Keule“ Degenhardt für Marcel Schlentzek auf die linke Außenbahn. In der 90. Spielminute ließ Marco Hebbelmann dann den Hilteraner „Gesang“ verstummen. Kai Vogler setzte nach einem Ballverlust auf der rechten Bahn mit seiner letzten Kraft noch einmal nach, gewann den Ball und passte auf Michael Brüggemann. Der Borgloher Stürmer, der einmal mehr mit bärenstarker Laufarbeit die Räume zulief, drang in den Strafraum ein und wurde von seinem Gegenspieler unsanft von den Beinen geholt. Der Schiedsrichter zeigte vollkommen zurecht auf den Punkt. Marco Hebbelmann lief an und verwandelte mit einem trockenen Schuss in die Mitte zum schmeichelhaften 1:2. In der folgenden fünfminütigen Nachspielzeit ließ die Abwehr der Gäste nichts mehr anbrennen und so stand am Ende der Derbysieg für Grün-Weiß.

Der Sieg war wir erwähnt schmeichelhaft, da Hilter im zweiten Durchgang drückend überlegen war. Die Borgloher holten aus ihren Möglichkeiten mit der „Rumpfelf“ das Maximum, weil sämtliche Spieler borglohtypisch bis zum Schluss kämpften und die Gäste mit Torwart „Airhans“ Waack und Vollstrecker Marco Hebbelmann die spielentscheidenden Spieler in ihren Reihen hatten. Da sich das Borgloher Lazarett auch in den nächsten Wochen nur langsam verkleinert, werden auch die kommenden Spiele für Grün-Weiß sehr schwer. Am kommenden Wochenende kommt der TuS Glane an die Schulstraße. Da das Hinspiel gegen den aktuell Drittplazierten mit 5:2 verloren ging, brennen die Grün-Weißen am Sonntag um 15 Uhr auf eine Revanche.

Aufstellung Borgloh: 99 Waack – 6 F. Meyer zu Allendorf, 11 Schlüter, 8 H. Meyer zu Allendorf, 15 Hebbelmann – 12 Schlentzek (3 K. Degenhardt, 83. Spielminute), 9 Kappelmann, 14 Zehn, 4 Vogler – 5 Schweer (2 Linnemann, 60. Spielminute), 18 Brüggemann

Tore: 0:1 Marco Hebbelmann (5), 1:1 Sebastian Nowack (71), 1:2 Marco Hebbelmann (90, Foulelfmeter)

 

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