Die 1. Herren steckt derzeit in einer Krise. Nach der Derbyniederlage gegen Hilter folgte am vergangenen Sonntag beim nächsten Nachbarschaftsduell in Wellingholzhausen die nächste Niederlage. Das Trainergespann Lars Brinkschröder und Lennart Henkenborg musste auf insgesamt 10 Spieler verzichten, doch da der große Kader 25 Spieler umfasst, stand ausreichend Personal zur Verfügung.

Die Borgloher waren zu Beginn auf dem sehr holprigen Platz die spielbestimmende Mannschaft, die erste Torchance nach einem Konter gehörte aber den Hausherren, als Nico Verch in der 10. Spielminute aus spitzem Winkel zum Abschluss kam, den Ball aber nicht richtig traf. Die Partie war auf einem sehr schwachen Kreisliga-Niveau. Den Grün-weißen war deutlich anzumerken, dass die letzten Spiele am Selbstvertrauen gezerrt haben. Viele kleine Fehler bestimmten das Aufbauspiel, weshalb kein vernünftiger Spielfluss zustande kam. Entsprechend versuchten es die Borgloher immer häufiger mit langen Bällen, welche die Abwehrreihe der Hausherren aber nicht vor allzu große Probleme stellte. Die einzig nennenswerte Chance hatte Pascal Schweer nach einer langen Flanke von Lukas Sundermann, als er vor Torwart Klocke an den Ball kam, diesen aber neben das Tor setzte. Der Torwart sorgte in dieser Szene für eine Schrecksekunde, da er nach dem Zusammenprall zunächst benommen liegen blieb, nach kurzer Behandlung aber weiterspielen konnte.

Ansonsten neutralisierten sich beide Teams weitestgehend. So musste eine Standartsituation her, damit ein Tor fällt. Nur leider auf der falschen Seite. Nach einer Ecke für die Hausherren konnten die Borgloher in der 40. Spielminute den Ball am ersten Pfosten nicht ausreichend klären. Der Ball flog in den Fünfmeterraum, wo ein munteres Flipperspiel begann. Torwart Johannes Waack konnte zunächst noch stark parieren, Marvin de Vries setzte energisch nach und landete dabei auf dem Torwart, weshalb dieser nicht aufstehen konnte um den Ball zu schnappen. Steffen Ebker nutzte die Konfusion und drosch den Ball ins Tor. Die Borgloher um Johannes Waack reklamierten vergebens beim Schiedsrichter.

Das Tor spiegelte das Spielgeschehen sehr gut wieder: unansehnlich und unkontrolliert.

Kurz vor dem Seitenwechsel konnten die Borgloher noch einmal etwas Druck im Gästestrafraum aufbauen. Zunächst scheiterte Luis Birkemeyer mit seinem schwächeren rechten Fuß, als er zuvor einem Abwehrspieler den Ball abnehmen konnte. Nur eine Minute später hatte Henrik Meyer zu Allendorf die größte Chance für die Borgloher, als der Kapitän nach einer Ecke aus fünf Meter zum Kopfball kam, den Ball aber nicht richtig traf und dieser knapp am Tor vorbeisegelte.

Das Spiel der Grün-weißen verdiente auch in der zweiten Halbzeit nur das Prädikat „steht´s bemüht“. Zwar waren die Borgloher die aktivere Mannschaft, doch gegen die tief stehenden Grönegauer fiel den Grün-weißen zu wenig ein, um gute Chancen zu kreieren. Lars Brinkschröder wechselte in der 64. Spielminute erstmals und brachte „Bibo“ Zehn und Jannis Kappelmann für Vincent Schlüter und Marco Hebbelmann ins Spiel. Doch am zerfahrenen Spiel änderte sich wenig. Immer wieder spielten sich die Grün-weißen bis zum gegnerischen Strafraum vor, um dann leichtfertig den Ball zu verlieren. Es dauerte bis zur 81. Spielminute, ehe Stürmer Pascal Schweer nach einer Flanke zum Kopfball hochstieg, das Tor aber knapp verfehlte. Das Trainerteam wechselte erneut und brachte Linus Heidemann für Luis Birkemeyer und kurze Zeit später im 4-3-3 Marcel Schlentzek für Emanuel Müller. Wie gegen Hilter setzten die Borgloher dann zur Schlussoffensive an. In dieser konnten sich die Borgloher zwar mehrere Standartsituationen erarbeiten, ein Wellinger Abwehrspieler war aber jeweils dazwischen und konnte klären. Die beste Chance hatte Jannis Kappelmann, als Torwart Klocke einen Freistoß aus 18 Meter Torentfernung über die Latte lenken konnte. Auf der Gegenseite kam Marvin de Vries nach einem Konter zum Kopfball, konnte diesen aber nicht auf das Tor bringen. Als in der vierten Minute der Nachspielzeit alle Borgloher inkl. Torwart Waack aufrückten, um den Ausgleich nach einer Ecke zu erzwingen, konnten die Hausherren klären. Niklas Krukemeyer ließ sich die Chance nicht nehmen, erlief den Befreiungsschlag und traf aus ca. 30 Meter Torentfernung ins leere Tor zum 2:0 Endstand.

Es war die schlechteste Saisonleistung der Grün-weißen, welchen man das fehlende Selbstvertrauen nach den Niederlagen in Niedermark und gegen Hilter deutlich anmerken konnte. Die Wellinger spielten in einer sehr zerfahrenen Partie ebenfalls nicht gut, standen aber defensiv kompakt und verdienten sich so den Erfolg gegen einfallslose Gäste.

Am kommenden Freitag haben die Borgloher die Möglichkeit zur Wiedergutmachung, wenn um 19:30 Uhr die Reserve vom SC Melle an der Schulstraße gastiert.

Aufstellung Borgloh: 1 Waack – 6 F. Meyer zu Allendorf, 8 H. Meyer zu Allendorf, 4 Sundermann, 15 Hebbelmann (9 Kappelmann, 64. Spielminute) – 7 L. Birkemeyer (17 Heidemann, 83. Spielminute), 13 Müller (12 Schlentzek, 87. Spielminute), 27 P. Schweer, 11 Schlüter (14 Zehn, 64. Spielminute), 10 Symanzik – 5 M. Schweer

Tore: 1:0 Steffen Ebker (40), 2:0 Niklas Kruckemeyer (90+4)

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