gesmold borgloh 18

Symbolbild: Julius Laabs

Bereits am vergangenen Freitag hat die 1. Herren beim Tabellenführer in Gesmold eine 2:4 Niederlage kassiert. Personell konnte das Trainergespann Brinkschröder/Henkenborg wieder nahezu aus dem Vollen schöpfen, denn die beiden Kapitäne Henrik Meyer zu Allendorf und Luis Birkemeyer kehrten nach abgesessener Sperre ins Team zurück. Getreu dem Motto „Never change a winning Team“ ließen die Trainer aber die gleiche Startaufstellung wie beim Sieg gegen Riemsloh von Beginn an ran.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf dem sehr gut bespielbaren Kunstrasenplatz in Gesmold waren die Hausherren gleich von Beginn an die tonangebende Mannschaft. In der 3. Spielminute kam Till Specht zu einer guten Kopfballchance nach einer Flanke von Arne Schlüter, der Kopfball flog allerdings einen guten Meter am von Johannes Waack gehüteten Tor vorbei. Die Grün-weißen, die wieder mit einer Dreier Abwehrkette und einem 5er Mittelfeld agierten, versuchten die Räume auf dem großen Platz möglichst eng zu halten, was aber nur phasenweise gegen spritzige und kombinationssichere Gastgeber gelang. Die erste Chance für die Grün-weißen hatte Emanuel Müller in der 7. Spielminute, als der Sechser sein Pferdehuf auspackte und den Ball aus gut 25 Meter Richtung Tor drosch. Torwart Stratmann war aber zur Stelle und konnte den guten Versuch entschärfen.

Im Gegenzug fiel dann das 1:0 für die Grönegauer. Nach einer starken Kombination über die halblinke Abwehrseite der Borgloher stand Jonas Schmeiduch nach Pass von Nils Grothaus plötzlich frei vor Torwart Waack und schob den Ball zur Führung für Gesmold über die Linie. In der Folge kamen die Grün-weißen besser ins Spiel, Gesmold lauerte aber auf Konter mit seinen pfeilschnellen Offensivspielern.

Mitte der ersten Halbzeit stellte Trainer Lars Brinkschröder seine Mannschaft um. Emanuel Müller rückte eine Position zurück und Borgloh spielte fortan mit einer Viererkette. Die Borgloher waren zu diesem Zeitpunkt zwar optisch leicht überlegen, schafften es aber nicht die Stürmer Noah Degenhardt und Linus Heidemann in Szene zu setzen.

Stattdessen kam Gesmold mit einem blitzsauberen Konter in der 26. Spielminute zum 2:0. Die Hausherren setzten sich über die rechte Borgloher Seite durch und Lars Hübner bediente im Rücken der Abwehr Jonas Schmeiduch, der aus 16 Meter Torentfernung zum 2:0 einschob. Gesmold spielte fortan im Stil eines Spitzenreiters und ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen. Die Borgloher waren ihrerseits zu weit weg von ihren Gegenspielern und kamen dadurch nicht einmal ansatzweise in die Zweikämpfe. Die logische Konsequenz der inzwischen drückend überlegenen Hausherren war das 3:0 in der 36. Spielminute. Gesmold spielte sich den Ball in der Viererkette zu, bis sich eine Lücke in der Offensive zeigte. Arne Schlüter erkannte die Lücke und lief nach Zuspiel vom starken Jonas Schmeiduch von der halbrechten Borgloher Seite allein auf Torwart Waack zu und schob den Ball ins kurze Eck.

Trainer Lars Brinskchröder reagierte und brachte Henrik Meyer zu Allendorf in die Viererkette und Stürmer Noah Degenhardt verließ den Platz. Ole Hengelbrock rückte von der Innenverteidiger auf die Sechser Position. Kurz vor dem Seitenwechsel kam Gesmold aber erneut zu einer Großchance, als Joans Schmeiduch aus abseitsverdächtiger Position zum Abschluss kam, Torwart Waack den Ball aber an den Pfosten lenken konnte.

In der Halbzeit fand das Trainergespann offenbar die richtigen Worte und zog die richtigen Schlüsse, denn mit gleich drei weiteren Spielerwechseln kam Borgloh im 4-3-3 System deutlich engagierter aus der Kabine. Marcel Schweer und Jonas Pottebaum bildeten fortan mit Pascal Schweer das Sturmtrio. Luis Birkemeyer rückte ins linke Mittelfeld. Florian Symanzik, Linus Heidemann und „Bibo“ Zehn verließen den Platz.

Die Grün-weißen setzten sich mit Beginn der 2. Halbzeit in der Gesmolder Hälfte fest und wurden relativ schnell belohnt. Nach einer schönen Kombination über Pascal Schweer und Ole Hengelbrock wurde Letzterer im Strafraum gefoult. Der gute Schiedsrichter zeigte zum Unmut der Hausherren nach Rücksprache mit seinem Assistenten auf den Punkt. Henrik Meyer zu Allendorf lief an und verwandelte sicher zum 3:1. Die Borgloher witterten jetzt Morgenluft, während die Hausherren sich aufs verteidigen konzentrierten. Nur 6 Minuten nach dem Elfmeter konnte Borgloh sogar auf 3:2 verkürzen. Nach einer Ecke von Luis Birkemeyer köpfte Pascal Schweer den Ball vom zweiten Pfosten vor das Tor, wo Henrik Meyer zu Allendorf goldrichtig stand und den Ball mit dem Oberschenkel über die Linie drückte.

Die Grün-weißen waren jetzt richtig gut im Spiel und drängten den Spitzenreiter tief in die eigene Hälfte. Die große Chance zum Ausgleich hatte Vincent Schlüter in der 64. Spielminute. Nach einer schönen Kombination von Luis Birkemeyer und Jonas Pottebaum auf der linken Außenbahn gelangte der Ball in der Mitte zu Pascal Schweer, der auf Vincent Schlüter ablegte. Der Rechtsaußen kam aus 16 Meter Torentfernung freistehend zum Abschluss, setzte den Ball aber um Millimeter über die Latte.

Die Gesmolder hatten ihre größte Chance im zweiten Durchgang in der 69. Spielminute, als Johannes Waack einen Freistoß von Jonas Schmeiduch bärenstark aus der linken Torecke kratzte. Fünf Minuten später war Borgloh auf der Gegenseite dem Ausgleich sehr nahe. Der stark aufspielende Marcel Schweer tankte sich auf der rechten Seite elegant wie die Borgloher Linedancer gegen zwei Gegenspieler durch und flankte vor das Tor, wo Jonas Pottebaum eingelaufen war und den Ball aus nahezu unmöglichem Winkel Richtung Tor bugsierte. Die Kugel striff noch die Latte, landete aber schlussendlich auf dem Tor.

Die beste Chance zum Ausgleich vergaben in der 80. Spielminute Ole Hengelbrock und Vincent Schlüter. Nach einem Doppelpass mit Pascal Schweer tauchte Hengelbrock freistehend vor Torwart Stratmann auf, scheiterte aber im Eins gegen Eins am Keeper. Der schwer zu nehmende Abpraller landete bei Vincent Schlüter, der den Ball zwar am Torwart vorbeischießen konnte, ein Abwehrspieler der Hausherren sprintete aber vor das Tor und konnte die Kugel in höchster Not von der Linie kratzen. Zu diesem Zeitpunkt wäre der Ausgleich aufgrund der starken zweiten Halbzeit verdient gewesen, doch leider kam es mal wieder anders.

Nach einer Ecke in der 82. Spielminute konnte Johannes Waack den Ball -vom Flutlicht geblendet- nicht ausreichend klären und dieser landete 16 Meter zentral vor dem Tor, wo Jan Kleine-Kalmer zum Kopfball ansetzte. Der eigentlich harmlose Ball kullerte an Freund und Feind vorbei ins Tor zum 4:2.

Dem lautstarken Gesmolder Jubel war die Erleichterung anzumerken, denn Borgloh versuchte zwar sich noch einmal aufzuraffen, hatte aber bei zwei Halbchancen durch Pascal Schweer und Henrik Meyer zu Allendorf ein bisschen Pech und so blieb es schlussendlich bei der 4:2 Niederlage.

Aufgrund der starken ersten Halbzeit ging Gesmold schlussendlich als verdienter Sieger vom Platz. Die Grün-weißen müssen sich vorwerfen erst zu spät aufgewacht zu sein, denn die 0:3 Bürde zur Halbzeit war schlussendlich zu hoch. Nichtsdestotrotz lässt sich auf die zweite Halbzeit aufbauen, denn wieder einmal zeigten die Borgloher, dass sie mit den Spitzenteams der Liga mithalten können, auch wenn es dieses Mal keine Punkte gab. Mit zwei Spielen gegen Spitzenmannschaften geht das Fußballjahr auch zu Ende. Am kommenden Sonntag wartet der SV Bad Laer auf die Grün-weißen. Anstoß an der Schulstraße ist um 14 Uhr. Zum letzten Spiel des Jahres reisen Florian Meyer zu Allendorf, Florian Symanzik und Co. dann eine Woche später zum Hagener SV, welcher momentan der größte Konkurrent der Gesmolder im Kampf um die Meisterschaft ist.

Aufstellung Borgloh: 1 Waack – 6 F. Meyer zu Allendorf, 19 Hengelbrock, 4 Lukas Sundermann – 11 Schlüter, 14 Zehn (7 Birkemeyer, 45. Minute), 13 Müller, 10 Symanzik (5 M. Schweer,45.) – 27 P. Schweer – 3 Degenhardt (8 H. Meyer zu Allendorf,40), 17 Heidemann (25 Pottebaum, 45.)

Tore: 1:0 Jonas Schmeiduch (8), 2:0 Jonas Schmeiduch (26), 3:0 Arne Schlüter (36), 3:1 Henrik Meyer zu Allendorf (52, Foulelfmeter), 3:2 Henrik Meyer zu Allendorf (59), 4:2 Jan Kleiner-Kalmer (84)

Text: Henrik Meyer zu Allendorf

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