Eine unnötige Niederlage musste die 1. Herren am vergangenen Sonntag in Niedermark hinnehmen. Aufgrund einer ungewohnten Spieltagskonstellation fand nach dem Hinspiel zum Saisonstart, welches 2:1 für Borgloh endete, nun bereits das Rückspiel am 4. Spieltag statt. Das Trainergespann um Lars Brinkschröder und Lennart Henkenborg startete mit derselben Startaufstellung wie eine Woche zuvor gegen Hagen. Aber auch die Bank war mit acht Auswechselspielern prall gefüllt. Neben den Langzeitausfällen waren Noah Degenhard, Heinrich Frerich und Linus Heidemann nicht dabei.

Borgloh übernahm sofort die Initiative und hatte zu Spielbeginn deutlich mehr Ballbesitz. Im Gegensatz zum Hinspiel vor vier Wochen versteckten sich die Hausherren aber keinesfalls und suchten ebenfalls ihr heil in der Offensive. Die erste Großchance im Spiel hatte in der 8 Spielminute Luis Birkemeyer, als der Linksaußen einen Freistoß von der rechten Außenbahn vor das Tor flankte. Torwart Igelbrink rutschte der Ball durch die Hände und die Kugel trudelte Richtung Tor, doch Niedermarks Kapitän Thorsten Ratzke stand goldrichtig und konnte den Ball kurz vor der Linie klären. Im direkten Anschluss gab es gleich mehrere Ecken für die Grün-Weißen, welche jeweils zu Halbchancen führten, ein Niedermarker Abwehrbein war aber immer im Weg und konnte erneut zur Ecke klären. Die nächste sehr gute Chance hatte Vincent Schlüter in der 12. Spielminute, als der Rechtsaußen 16 Meter vor dem Tor freistehend an den Ball kam, er aber nicht den direkten Abschluss suchte, sondern querlegen wollte. Ein Abwehrspieler der Hausherren konnte klären.

Ab der 20. Spielminute wurden die Hausherren dann deutlich aktiver in der Vorwärtsbewegung. Dies lag aber in erster Linie am ungenauen Passspiel der Grün-Weißen worauf Niedermark spekulierte, um dann mit langen Bällen in die Spitze für Gefahr zu sorgen. Nach einem solchen Flugball kam Stürmer Tom Terling in der 23. Spielminute aus 16 Meter zum Abschluss, Torwart Waack konnte aber sicher parieren. Zehn Minuten später hatte erneut Terling die bis dato beste Chance der Hausherren, als er nach einem langen Flugball Torwart Waack umkurvte, dabei aber zu weit nach außen abgedrängt wurde und Linksverteidiger Florian Meyer zu Allendorf den schwachen Abschluss auf der Linie klärten konnte. In dieser Phase des Spiels kauften die Hausherren den Borglohern den Schneid ab, indem sie durch robuste Zweikampfführung und schnellem Umschaltspiel genau das zeigten, was sich die Grün-Weißen vorgenommen hatten.

Zum Ende der ersten Hälfte kamen Marco Hebbelmann, Lukas Sundermann und Co. dann wieder besser ins Spiel und sorgten auf der Gegenseite für Gefahr. Nach einem schönen Pass von Luis Birkemeyer war Pascal Schweer plötzlich frei durch und lief im Eins gegen Eins auf Torwart Igelbrink zu. Der Keeper blieb aber der Sieger. Kurz vor dem Pausenpfiff gab es noch einmal Freistoß für die Grün-Weißen, nachdem Pascal Schweer kurz vor dem Strafraum mit einem taktischen Foul gestoppt wurde. Der Freistoß landete allerdings zunächst in der Mauer und der Nachschuss über dem Tor. Danach war Pause.

Direkt nach Wiederanpfiff kombinierten die Borgloher sich zunächst stark in den Strafraum der Hausherren, doch der entscheidende Pass auf den einschussbereiten Marcel Schweer wurde im letzten Moment geblockt. Die kalte Dusche folgte prompt, denn wie in den vorherigen Saisonspielen fingen die Borgloher wieder an, Geschenke zu verteilen. Dieses Mal war es Torwart Johannes Waack, der nach einem eigentlich harmlosen Flugball, den Innenverteidiger Lukas Sundermann locker hätte klären können, plötzlich „Leo“ schrie und am Ball vorbeisegelte. Dieser fiel auf den Rücken von Niedermarks Tom Terling und kullerte von dort aus Richtung Tor. Da Waack bei dieser Aktion mit Terling zusammenprallte und dieser zu Boden ging, pfiff der gute Schiedsrichter Nils Niemeyer zurecht Elfmeter und gelb für den Keeper. Malte Kersten trat an und verwandelte zum 1:0. Torwart Waack war noch am Ball, konnte aber nicht entscheidend parieren.

Das Trainergespann wechselte erstmals und brachte Noah Birkemeyer für „Bibo“ Zehn ins Spiel. Borgloh war in der Folge klar spielbestimmend und drückte auf den Ausgleich. Insbesondere der eingewechselte Birkemeyer glänzte in dieser Phase immer wieder als Anspielstation und Ballverteiler. Allerdings versuchten die Grün-Weißen zu oft den Ball durch die Mitte durchzustecken, während die Außenbahnen viel Platz boten. Die Borgloher kombinierten sich immer wieder bis in den Strafraum, der entscheidende Pass oder Schussversuch wurde aber steht´s geblockt. Trainer Brinkschröder wechselte in der 67. Spielminute erneut, Ole Hengelbrock kam für Jannis Kappelmann auf die Sechs und Florian Symanzik für Vincent Schlüter auf die rechte Außenbahn. Dies machte sich nur zwei Minuten später positiv bemerkbar. Nach einem Ballgewinn von Ole Hengelbrock wurde Florian Symanzik auf der Außenbahn freigespielt. Der Rechtsaußen flankte in die Mitte, wo Marcel Schweer hochstieg und mit einem sehenswerten Kopfballtreffer den Ausgleich erzielte.

Borgloh wollte jetzt den Sieg und setzte die Hausherren, bei denen zusehends die Kräfte schwanden, weiter unter Druck. Aber die Niedermarker spielten mit viel Leidenschaft, schmissen sich in jeden Ball und gingen keinem Zweikampf aus dem Weg. Borgloh hatte in dieser Phase viele Standardsituationen, doch immer wieder war ein gelb-blauer Spieler dazwischen. Die Großchance zur Führung hatte Pascal Schweer in der 82. Spielminute. Nach einem Doppelpass mit Noah Birkemeyer war der Stürmer plötzlich am Elfmeterpunkt frei vor Torwart Igelbrink, verlor aber etwas die Übersicht und setzte den Ball um Zentimeter neben das Tor. Und dann ließ eine alte Floskel mal wieder von sich hören, denn „Wer vorne die Dinger nicht macht…“ und um es aktuell aus Borgloher Sicht weiterzuführen „legt sie sich hinten selber rein.“ Denn wieder war es ein vollkommen unnötiges und vermeidbares Gegentor in der 88. Spielminute, welches den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Nach einem langen Befreiungsschlag aus der Niedermarker Hälfte verpassten die Grün-Weißen es, den Ball sicher zu klären. Tom Terling bedankte sich, schnappte sich die Kugel und hämmerte den Ball an Torwart Waack vorbei ins Netz zum 2:1.

In der Nachspielzeit warfen die Borgloher noch einmal alles nach vorne um zumindest einen Punkt zu retten. Rechtsverteidiger Marco Hebbelmann kam kurz vor Schluss noch zu einer guten Chance, als er einen langen Ball mit vollem Risiko nahm, der Ball aber aus aussichtsreicher Position über den Zaun flog. Danach war Schluss.

Wie schon eine Woche zuvor gegen Hagen bekamen die Borgloher wieder ein spätes Gegentor und stehen dieses Mal sogar mit komplett leeren Händen da. Knackpunkt sind aktuell die vielen Gegentore durch individuelle Fehler, 10 Gegentore nach vier Spielen sprechen dabei für sich. Die Borgloher machten speziell im zweiten Durchgang kein schlechtes Spiel, bissen sich aber an den Zweikampfstarken Hausherren die Zähne aus und kassierten die zweite Saisonniederlage.

Am kommenden Wochenende besteht die Chance zur Besserung, wenn es zum Derby gegen Hilter kommt. Anstoß an der Schulstraße ist um 15 Uhr.

Aufstellung Borgloh: 1 Waack – 6 F. Meyer zu Allendorf (24 Kösters, 90. Spielminute), 8 H. Meyer zu Allendorf, 4 Sundermann, 15 Hebbelmann – 7 L. Birkemeyer, 9 Kappelman (19 Hengelbrock, 67.Spielminute), 14 Zehn (20 N. Birkemeyer, 56. Spielminute), 11 Schlüter (10 Symanzik, 67. Spielminute) – 27 P. Schweer, 5 M. Schweer

Tore: 1:0 Malte Kersten (49, Foulelfmeter), 1:1 Marcel Schweer, 2:1 Tom Terling (88)

Zum Seitenanfang