Die 1. Herren ist am vergangenen Dienstagabend mit einem 2:1 Heimsieg gegen die Spielvereinigung Niedermark in die neue Saison gestartet. Da das Spiel am mutmaßlich wärmsten Tag des Jahres bei Temperaturen über 35°C stattfand, wurde in beiden Halbzeiten eine Trinkpause eingelegt. Verzichten musste das Trainergespann personell auf Kapitän Malte Hinrichs, der sich in der Vorbereitung einen Kreuzbandriss zuzog und -wenn es schlecht läuft- für die gesamte Spielzeit ausfällt. Des Weiteren war Maltes Sturmkollege Michael Brüggemann (Studium) und die beiden Neuzugänge aus Georgsmarienhütte Moritz Niemeyer (Knieprobleme) und Noah Birkemeyer (keine Freigabe) nicht dabei. Ansonsten konnte das Trainergespann aus dem Vollen schöpfen, weshalb die Ersatzbank gut gefüllt war.

In den Anfangsminuten tasteten sich beide Mannschaften zunächst ab, bevor die von Rainer Bulthaupt und seinem Versicherungsbüro neu eingekleideten Grün-Weißen die Initiative ergriffen und sich erste Halbchancen erspielten, bei denen aber zunächst noch der Blick für den Nebenmann fehlte. Die Niedermarker standen sehr defensiv, Selbst die Stürmer der Blau-Gelben griffen die Borgloher Abwehrreihe um die Innenverteidiger Henrik Meyer zu Allendorf und Lukas Sundermann beim Spielaufbau erst in der eigenen Hälfte an, weshalb für kurzpassspiel in der gegnerischen Hälfte wenig Platz war. Entsprechend versuchten die Innenverteidiger mit Diagonalbällen hinter die Abwehr zu gelangen. Einen solchen Flugball von Lukas Sundermann auf Stürmer Pascal Schweer, der sein Comeback in Grün-Weiß feierte, köpfte Gegenspieler Patrick Witte so unglücklich, dass der Ball sich über Gästetorwart Igelbrink hinweg ins eigene Tor senkte. Ein glückliches Tor für die Borgloher, dass aber dem Spielverlauf entsprach. In der Folge hatten die Hausherren ihre beste Phase im Spiel und schnürten die Gäste fest in ihrer Hälfte ein. Linksverteidiger Florian Meyer zu Allendorf tauchte nur zwei Minuten nach der Führung frei vor Torwart Igelbrink auf, konnte den Ball aber nicht mehr am Torwart vorbeispitzeln. Wiederrum nur zwei Minuten später kam Luis Birkemeyer aus 16 Meter Torentfernung frei zum Torschuss, der Linksaußen zielte aber etwas zu hoch. Das 2:0 fiel dann in der 22 Spielminute mit dem schönsten Spielzug im gesamten Spiel. Nach einem Doppelpass mit Ole Hengelbrock, der perfekt auf Pascal Schweer durchsteckte, passte der Stürmer scharf vor das Tor, wo Bruder Marcel Schweer eingelaufen war und den Ball aus fünf Meter Torentfernung über die Linie drückte. Danach war Trinkpause.

Nach der Trinkpause waren die Grün-Weißen zunächst noch gut im Spiel und hatten in der 30. Spielminute durch die Schweer Brüder ihre nächste sehr gute Gelegenheit. Zunächst scheiterte Pascal freistehend am stark reagierenden Gästetorwart Igelbrink. Sturmkollege Marcel schnappte sich den Abpraller, scheiterte aber ebenfalls am Keeper. In der Folge schlichen sich bei den Borglohern immer mehr Stockfehler ein, wodurch die Gäste aufgebaut wurden und ihrerseits zu Chancen kamen. Nach einem Fehler im Spielaufbau kam Gästekapitän Thomas Pötter auf Höhe der Mittellinie an den Ball und versuchte diesen direkt über den weit aufgerückten Johannes Waack ins Tor zu schießen. Der gute Versuch landete knapp ein Meter neben dem Tor, Torwart Waack wäre machtlos gewesen. Nur zwei Minuten später hatte Niedermark wieder eine gute Chance, als Tom Teerling dem ansonsten sehr gut spielenden Rechtsverteidiger Tarek Kösters enteilte und aus spitzem Winkel auf Torwart Waack zulief. Innenverteidiger Lukas Sundermann war aber zur Stelle und konnte den Ball mit einer beherzten Grätsche klären. Kurz vor der Halbzeit kamen die Grün-weißen dann ihrerseits noch einmal zu einer sehr guten Torchance. Nach einer Flanke von Rechtsaußen Florian Symanzik legte Pascal Schweer den Ball in der Mitte auf Vincent Schlüter zurück. Der Sechser versuchte es mit seinem schwächeren linken Fuß, konnte den Ball aber aus 11 Meter nicht im Tor unterbringen. Direkt vor der Halbzeit war Niedermark abermals nach einem Konter über einen weiten Flugball gefährlich. Über die rechte Seite der Gäste wurde der Ball stark in die Mitte gespielt, wo Ersatzkapitän Henrik Meyer zu Allendorf mit einer riskanten Grätsche vor Malte Kersten an den Ball kam und somit klären konnte. Mit der 2:0 Führung ging es in die Pause.

Auch im zweiten Durchgang war Borgloh feldüberlegen, Niedermark lauerte aber weiterhin auf Konter und versuchte Nadelstiche zu setzen. In der 53. Spielminute hätte es Elfmeter für die Grün-Weißen geben müssen, nachdem Torwart Igelbrink einen Ball nicht festhalten konnte und Marcel Schweer beim Klärungsversuch von hinten umstieß. Die Pfeife vom ansonsten guten Schiedsrichter Tibor Ahlemeier blieb aber stumm. Nur zwei Minuten später hatte Pascal Schweer eine Großchance, um den Sack endgültig zuzumachen. Nach einem Pass von Luis Birkemeyer und einer starken Einzelaktion tauchte der Stürmer von halblinks kommend allein vor Keeper Igelbrink auf und versuchte mit dem rechten Fuß ins lange Eck zu schießen. Ein Versuch mit dem schwächeren Linken oder ein Haken nach innen wäre wohl die bessere Wahl gewesen, denn der Keeper konnte den Schuss sicher parieren. Lars Brinkschröder wechselte in der 63. Spielminute erstmals und brachte Marco Hebbelmann für Florian Symanzik ins rechte Mittelfeld. Drei Minuten später war es wieder ein Ballverlust im Mittelfeld und ein langer Ball auf die rechte Außenbahn der Gäste, welcher den zu diesem Zeitpunkt überraschenden Anschlusstreffer verursachte. Rechtsaußen Finn Luis Scherder erlief den Flugball und spielte den Ball mustergültig vor das Tor, wo Tom Teerling passend einlief und aus spitzem Winkel Maß genau zwischen Torwart Waack und dem kurzen Pfosten einnetzte. Im Anschluss gab es wieder eine Trinkpause bei inzwischen „verträglichen“ 34°C. Borgloh verlor im letzten Viertel der Partie zusehends die Kontrolle über das Spiel. Grund war, dass einige Positionen nicht mehr richtig eingehalten wurden und durch viele kleine Unkonzentriertheiten der Gegner aufgebaut wurde. Der Gast aus Niedermark witterte plötzlich Morgenluft und spielte deutlich offensiver. Das Trainergespann um Lars Brinkschröder und Lennart Henkenborg wechselte erneut und brachte Jannis Kappelmann für Ole Hengelbrock auf die Sechser Position und kurze Zeit später „Bibo“ Zehn für den starken Marcel Schweer, der entkräftet raus musste. Da Niedermark weit aufrückte, ergaben sich für die Grün-Weißen Kontergelegenheiten. Zunächst scheiterte Marco Hebbelmann an Torwart Igelbrink, als ihm bei der Ballannahme einer Flanke das Spielgerät etwas zu weit nach vorne abprallte. Nach einer Flanke von Vincent Schlüter setzte Pascal Schweernur zwei Minuten später einen Kopfball um Zentimeter neben das Tor. Wiederrum nur eine Minute später war es wieder der unermüdliche Pascal Schweer, der eine Fußspitze zu kurz war, um am starken Gästetorwart vorbeizukommen. Niedermark setzte in dieser Phase alles auf eine Karte, brachte Stürmer um Stürmer in die Partie und versuchte mit weiten Flugbällen zu Torchancen zu kommen. Richtig gefährlich wurde es für das Tor von Johannes Waack zwar nicht mehr, die aufkommende Hektik hätten sich die Grün-Weißen aber deutlich ersparen können. In der letzten Minute der Nachspielzeit schien es noch einmal gefährlich zu werden. Nach einer Ecke für die Gäste, bei der sich sämtliche 22 Spieler auf dem Platz im Borgloher Strafraum tummelten, pflückte sich Torwart Johannes Waack aber den Ball und der Schiedsrichter pfiff die Partie ab.

Die Grün-Weißen begannen stark, ließen aber zum Ende der Partie auch stark nach. Der Sieg war nichtsdestotrotz verdient. Um solche Nervenkitzel Spiele in Zukunft zu vermeiden, müssen die Borgloher die Konzentrationsschwächen bei der Ballannahme abstellen, die sich bietenden Gelegenheiten besser nutzen und speziell in der Abwehr jederzeit hellwach sein. Der Gegner wurde in einer Phase des Spiels aufgebaut, in der er eigentlich schon geschlagen war. Am Ende stehen aber die 3 Punkte.

Am kommenden Sonntag wartet ein dicker Brocken auf die Grün-Weißen, wenn sie zum Auswärtsspiel beim Meisterschaftsfavoriten SV Bad Laer fahren. Anstoß im Kurort ist um 15 Uhr.

 

Aufstellung Borgloh: 99 Waack – 6 F. Meyer zu Allendorf, 4 Sundermann, 8 H. Meyer zu Allendorf, 24 Kösters – 7 Birkemeyer, 19 Hengelbrock (9 Kappelmann, 75. Spielminute), 11 Schlüter, 10 Symanzik (15 Hebbelmann, 63. Spielminute) – 27 P. Schweer, 5 M. Schweer (14 Zehn, 85. Spielminute)

Tore: 1:0 Eigentor (16), 2:0 Marcel Schweer (22), 2:1 Tom Teerling (65)

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