Am vergangenen Sonntag hat die 1. Herren ihren ersten Auswärtssieg der laufenden Kreisliga Saison eingefahren. Nach dem Sieg gegen den -bis dato- Spitzenreiter aus Oesede am vergangenen Wochenende wartete dieses Mal mit der Spielvereinigung Gaste Hasbergen, welche auf dem letzten Tabellenplatz steht, ein ganz anderer Gegner. Verzichten musste das Trainergespann auf Marcel Schweer (gelbsperre), Henrik Meyer zu Allendorf (rotsperre) sowie die Langzeitausfälle Michael Brüggemann (Studium), Malte Hinrichs (Kreuzbandriss) und Noah Birkemeyer (Bänderriss). Neuzugang Moritz Niemeyer stand nach überstandener Knieverletzung erstmals im Kader der Grün-weißen.

Borgloh startete wie beim Sieg gegen Oesede mit einer Dreier Abwehrkette und einem 5er Mittelfeld. Pascal Schweer übernahm dabei die Rolle auf der 10 hinter den beiden Stürmern Noah Degenhardt und Linus Heidemann. Die Grün-weißen begannen sehr ordentlich und hatten bereits in der 5. Spielminute eine gute Chance zur Führung, als Linus Heidemann nach einem Fehler in der Hasberger Hintermannschaft allein auf Torwart Boelscher zulief, dieser aber im Eins gegen Eins der Sieger blieb. Die Borgloher waren in der Anfangsphase klar spielbestimmend und schnürten die Hausherren tief in der eigenen Hälfte ein. Spielerisch war die Partie aber kein Leckerbissen, denn der Ball lief sehr schwer auf dem tiefen Hasberger Rasen.

In der 22. Spielminute war es erneut Linus Heidemann, der die Führung auf dem Fuß hatte. Nach einer schönen Flanke von Linksaußen Luis Birkemeyer nahm der Stürmer den Ball mit vollem Risiko, seine Volleyabnahme segelte aber knapp über das Tor. Zehn Minuten später kam Hasbergen nach einem Fehler im Borgloher Aufbauspiel zu einer Großchance, als Niklas Beineke plötzlich vor Waack auftauchte und aus spitzem Winkel am Pfosten scheiterte.

In der 36. Spielminute fiel dann das 1:0 für Borgloh. Linus Heidemann wurde wieder auf die Reise geschickt und lief erneut auf Torwart Boelscher zu. Beim Versuch, den Torwart zu umkurven, traf ein Hasberger Abwehrspieler Heidemann am Fuß und es gab folgerichtig Foulelfmeter. Luis Birkemeyer machte es ganz genau und traf mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:0. Kurz vor dem Seitenwechsel hätte Pascal Schweer auf 2:0 erhöhen können, sein Kopfball nach einer Ecke verfehlte das Tor aber knapp.

In der Halbzeit stellte das Trainerteam um, Emanuel Müller rückte von der Doppelsechs auf die Außenverteidiger Position und Borgloh spielte im 4-4.2. Kurz nach Wiederbeginn fiel dann schon das 2:0 für Borgloh. Eine Ecke von Jannis Kappelmann verlängerte Noah Degenhardt mit Glück und Geschick in die lange Ecke. Torwart Boelscher war chancenlos.

Doch wer jetzt eine ruhige Halbzeit erwartete wurde eines Besseren belehrt, denn nur fünf Minuten nach dem 2:0 konnte Hasbergen den Anschlusstreffer erzielen. Einen weiten Einwurf verlängerte ein Hasberger auf Emre Öztatar, der den Ball im Gestocher an Torwart Waack vorbei ins Netz beförderte.

In der 57. Spielminute stockte so manch einem Grün-weißen kurz der Atem, als Torwart Johannes Waack aus seinem Kasten lief und den Ball wegschlagen wollte, dabei jedoch über die Kugel trat. Ole Hengelbrock war glücklicherweise mitgelaufen und konnte vor seinem Hasberger Gegenspieler klären.

In der 70. Spielminute wechselte Borgloh erstmals, Rechtsaußen Florian Symanzik verließ den Platz und Vincent Schlüter kam in die Partie. Nur eine Minute später hatte Pascal Schweer eine hundertprozentige Chance zum 3:1. Schweer tauchte nach Pass von Noah Degenhardt frei vor Torwart Boelscher auf und hättte diesen normalerweise locker umkurven können. Er versuchte es aber direkt mit dem Außenriss, was gänzlich schief ging denn statt dem Tor traf Schweer die Eckfahne.

In der 78. Spielminute wechselte das Trainergespann Brinkschröder/Henkenborg erneut. Moritz Niemeyer wurde eingewechselt und feierte seine Premiere im grün-weißen Trikot. Linus Heidemann verließ den Platz. Drei Minuten später fiel die vermeintliche Vorentscheidung. Noah Degenhardt passte von der rechten Außenbahn vor das Tor, wo Hasbergen den ungenauen Pass nicht richtig klären konnte und stattdessen an den eigenen Pfosten schoss. Vincent Schlüter reagierte in der Mitte am schnellsten, nahm das Geschenk an und verwandelte den Abpraller zum 3:1 für Borgloh.

Die Schlussphase hatte es aber dann noch einmal in sich. In der 88. Spielminute konnte Waack zunächst stark parieren, als er reaktionsschnell die Arme hochriss und einen strammen Schuss aus kurzer Entfernung zur Ecke klären konnte. Nach dieser Ecke verpassten die Borgloher es aber, den Ball resolut zu klären und die Folge war der erneute Anschlusstreffer durch Niclas Bröring.

Nur eine Minute später foulte der kurz zuvor verwarnte Luis Birkemeyer an der Mittellinie seinen Gegenspieler und bekam folgerichtig die gelbrote Karte. Hasbergen warf beim folgenden Freistoß fast alles nach vorne, was Pascal Schweer mit einer bärenstarken Einzelleistung bestrafte. Den Freistoß klärte „Karl“ selbst mit dem Kopf am eigenen Strafraum, hechtete diesem dann hinterher, überlief zwei Gegenspieler, umkurvte dieses Mal den Torwart und schob zum 4:2 aus Borgloher Sicht ein.

Doch offenbar waren sich die Grün-Weißen mit dem jeweiligen „zwei Tore Vorsprung“ zu sicher und ließen es zu locker angehen, denn nur eine Minute nach dem 4:2 konnte Hasbergen erneut auf 4:3 verkürzen. Nach dem erneuten Anschlusstreffer waren die Grün-weißen aber wieder hellwach und konnten so den ersten Auswärtsdreier der Saison bejubeln.

Am Ende machten es die Borgloher unnötig spannend, denn das Spiel hätte deutlich früher zu Gunsten der Gäste entschieden worden sein. Am Ende stehen aber die wichtigen drei Punkte, nach dem „wie“ kräht bekanntlich in zwei Wochen kein Hahn mehr. Durch den zweiten Sieg in Folge konnten sich die Borgloher etwas von der Abstiegsregion absetzen. Die verbleibenden vier Spiele vor der Winterpause haben es für die Grün-weißen aber noch einmal in sich, denn die Teams aus Riemsloh, Gesmold, Bad Laer und Hagen sind allesamt aktuell in der Top 5 der Kreisliga zu finden.

Aufstellung Borgloh: 1 Waack – 15 Hebbelmann, 19 Hengelbrock, 4 Lukas Sundermann – 10 Symanzik (11 Schlüter, 70. Minute,), 13 Müller, 27 P. Schweer, 9 Kappelmann, 7 L. Birkemeyer – 3 Degenhardt, 17 Heidemann (21 Niemeyer, 78.)


 

Tore: 1:0 Luis Birkemeyer (35, Foulelfmeter), 0:2 Noah Degenhardt (47), 1:2 Emre Öztatar (53), 1:3 Vincent Schlüter (82), 2:3 Niclas Bröring (84), 2:4 Pascal Schweer (90+1), 3:4 Emre Öztatar (90+3)

bes. Vorkommnisse:  Gelbrot: Luis Birkemeyer (90)

Text: Henrik Meyer zu Allendorf

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